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Die Bürgerinitiative Pro Teuto e.V. wendet sich entschieden gegen die Müllverbrennung in Lengerich

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Mitten in Lengerich, zwischen Schulen und Kindergärten dampft es aus den Öfen 8 und 4 des Zementwerks Buzzi/Dyckerhoff AG.
Vielen Bürgern in Lengerich ist nicht bekannt, dass dort in großen Mengen so genannte „Ersatzbrennstoffe“ verbrannt werden - zur Erzeugung von Energie für die Zementherstellung.

Mit Genehmigung der Bezirksregierung Münster vom 28. Juli 2005 dürfen Fluff (2), Tiermehl und halogenhaltige Lösungsmittel (3) verbrannt werden. Die heute rechtskräftige Genehmigung aus dem Jahr 2005 wurde in einem formellen Verfahren "unter Beteiligung der Öffentlichkeit" erteilt. Es ist den Mitgliedern der Bürgerinitiative unbegreiflich, warum es damals unter den ca. 20.000 Einwohnern nur einen einzigen Einwender gab (4).

Im Februar 2011 wurde – ohne Beteiligung der Öffentlichkeit - die auf 1 Jahr befristete Genehmigung zur Verbrennung von Klärschlamm im Probebetrieb erteilt. Dieser Probebetrieb wurde um ein weiteres Jahr verlängert bis Juli 2013. Durch den starken Widerstand der Bevölkerung ist es der Firma nicht gelungen, vom Probebetrieb direkt in den Dauerbetrieb überzugehen. Das Verfahren ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Firma Buzzi/Dyckerhoff muss jetzt nachweisen, dass das naheliegende FFH Gebiet nicht erheblich beinträchtigt wird.

Bei der Verbrennung dieser so genannten „Ersatzbrennstoffe“ entstehen Spurenelemente, die über die Abluft in die Umwelt gelangen. Die Bürgerinitiative ist besorgt, dass diese Spurenelemente wie z.B. Quecksilber, Blei, Thallium u.a. die Gesundheit der Bevölkerung dauerhaft belasten. Quecksilber und Thallium sind leichtflüchtige Stoffe, die sich in der Umwelt anreichern können. Sehr viele Schadstoffe werden nur einmal im Jahr an drei Tagen gemessen, das bedeutet ca. 98% der Verbrennungszeit werden die meisten Schadstoffe garnicht gemessen.

Es gibt auch bei Zementwerken gesetzliche Schadstoffgrenzen, jedoch erfolgt die Berechnung der Grenzwerte nach einer Mischungsregel" aufgrund einer Ausnahmeregelung des Anhang II des 17 BImSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz). Es werden Mittelwerte errechnet. Schadstoffausträge entstehen auch über die Sekundärabfälle wie Filterstäube und Verbrennungsasche.

Ersatzbrennstoffe haben häufig einen niedrigeren Heizwert als fossile Brennstoffe. Zur Erzeugung einer definierten Energiemenge müssen dann deutlich mehr LKW die Ersatzbrennstoffe anliefern. Dieses erhöhte Verkehrsaufkommen belastet die Anwohner zusätzlich mit Immissionen und Lärm. Eine hohe Anzahl von LKW mit teilweise flüssigen Lösemitteln liefert über den Schulweg „Lienener Straße“ an.

Die Bürgerinitiative Pro Teuto e.V. möchte sich nicht damit abfinden, dass inmitten unserer Stadt derartige Stoffe verbrannt werden. Sie setzt sich dafür ein, dass keine neuen, problematischen Ersatzbrennstoffe genehmigt werden.

Immer wieder wird betont, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden...

Was bedeutet das aber konkret?

Wenn Sie wissen wollen,  welche Stoffe in welchen Mengen tatsächlich (mit Genehmigung) in die Umwelt abgegeben werden, können Sie unter dem folgenden Link die Werte für 2008 finden:

http://www.gis.nrw.de/ims/ekatsmall2008/small/tabelle_anl.php?uvo=nein&ANLAGEN_ID=500/0001338/0001



(2) Fluff : Feste Ersatzbrennstoffe, z.B. Kunststoffabfälle, Farb- und Lackabfälle, nicht kompostierte   
Fraktion von Siedlungs- und ähnlichen Abfällen, Gummi, etc.

(3) Lösemittel: z.B. Reaktions- und Destillationsrückstände, Farb- oder Lackschlämme,     
halogenierte Lösemittelgemische, Waschflüssigkeiten und Mutterlaugen, etc.

(4) „Während der Einwendungsfrist ging 1 Einwendung rechtzeitig ein“ (Quelle: Genehmigung der BR   
Münster vom 28.Juli 2005, Seite 25)

Pro-Teuto 2015